M.u.T.

Hilfe für Kinder und Jugendliche, die im Kontext Schule wiederholt Opfer
von Gewalttaten ihrer Mitschüler werden

Koordination: Dr. Horst Schawohl

  • Telefon: 0179/ 391 36 05
  • E-Mail: hschawohl@nordlicht-ev.de

 

Inhalt:

  1. Rahmenbedingungen
  2. Ziele
  3. Trainingsprozess

1. Rahmenbedingungen

Rechtliche Grundlage: vorr. §§27/29 SGB VIII
Zielgruppe: Mädchen und Jungen im Alter von 12-16 Jahren, die auffällig häufig von ihren Mitschülern gehänselt, bedroht, beraubt, erpresst oder geschlagen werden, auffällig zurückgezogen, einsam und depressiv wirken
Trainingsgruppe: 6- 10 Mädchen oder Jungen
Leitung der Gruppe: 3 Dipl. SozialpädagogInnen mit Erfahrungen im Bereich sozialer Gruppenarbeit und Erfahrungen im Umgang mit Opfern
Trainingsdauer: 6 Monate 1x wöchentliche Trainingssitzungen, 1x monatlich eine Freizeitunternehmung
Beginn: im Abstand von ca. sechs Monaten
Ausschlusskriterien: Jugendliche, bei denen primäre Suchtproblematiken, und/oder psychiatrische Indikationen vorliegen

2. Ziele:

Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen einen Ausweg aus ihrem täglich erlebten Opferdasein zu ermöglichen. Das Erlernen, bzw. Wiedererlangen sozialer Handlungskompetenz verbunden mit einem angemessenen Abgrenzungsvermögen soll eine dauerhafte Selbstwertstärkung der Opfer bewirken. Erlittene Hilflosigkeit soll im Gruppenkontext aufgearbeitet und durch neu erlernte Selbstwirksamkeit ersetzt werden, kurz:

  • Austausch und Gespräch über erlittenes Opferdasein
  • Erlernen von Selbstwirksamkeit durch angemessenes Abgrenzungsverhalten
  • Wiedererlangung der Handlungskompetenz
  • Entwicklung von Verhaltensalternativen
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung einschätzen lernen
  • Verlernen erlernter Hilflosigkeit
  • Beendigung einer evtl. schon begonnenen “Opferkarriere”
  • Stärkung des Selbstwertes

3. Trainingsprozess:
Der Trainingsprozess verläuft in folgenden vier Phasen:

Integration
Im Vordergrund steht zunächst der Aufbau einer vertrauensvollen Gruppenatmosphäre, die einen Austausch über erfahrenes Opferleid ermöglicht. Der gegenseitige Umgang ist von Respekt und gegenseitigem Blickkontakt geprägt. Opfer-Situationen werden gemeinsam thematisiert ohne jegliche Form der Schuld- oder Mitschuldzuweisung, lediglich mit dem Focus auf mögliche Handlungsalternativen. Die Opfersituation begünstigende persönliche und/oder sozialen Hintergründe können angesprochen werden. Jede/jeder TeilnehmerIn erhält eine “Ich”- Mappe, in der von Woche zu Woche selbst genannte Ziele zur Einübung der Selbstwirksamkeit notiert werden. Eigen- und Fremdwahrnehmung wird von Beginn an wiederholend thematisiert.

Motivation / “MUT”
In dieser Phase wird jede/jeder TeilnehmerIn Mittelpunkt eines Treffens. Die persönliche Situation im gesamten Lebenskontext sowie Stärken und Schwächen jeder/jedes Einzelnen werden besprochen. Ziel ist die Klärung der Faktoren, die das Opferdasein begünstigen und die Herausarbeitung der Ressourcen, die dieses zukünftig verhindern können.

Kompetenz
Wir trainieren die erkannten Ressourcen im strukturierten Rollenspiel und erproben oder erweitern bisher nicht gewagte Verhaltensalternativen. Körpersprache wird thematisiert und durch Verkleidung, Fotographien und Video- Casting erprobt.

Nachbetreuung
Ein halbes Jahr nach Beendigung des Trainings findet ein Treffen statt, um eine Veränderung nach Absolvieren des Trainings abzufragen und zu reflektieren. Während des Trainingsverlaufs stehen die TrainerInnen in akuten Krisen mit einer “Notrufnummer” zur Verfügung.