Koole Kerle
Koole Kerle

1.Rechtliche Grundlage und Zielgruppe
§ 29 SGB VIII
Alter:
12- 18 Jahre
Zusammensetzung:
6 Teilnehmer
Leitung der Gruppe:
Zwei TrainerInnen, für bestimmte Module ein Kickboxtrainer und ein Aikidofairnesstrainer
Zeitlicher Rahmen:
5 Wochen, 1 x wöchentlich 2 Stunden
2. Aufnahmekriterien und Auschlusskriterien
Das Angebot richtet sich daher an Jungen von 12 bis 18 Jahren, die bereits durch gewalttätiges Verhalten aufgefallen sind, oder als präventive Maßnahme an Jungen, deren Peergroup von Gewalt geprägt ist, sie selbst jedoch bislang nicht als gewalttätig aufgefallen sind. Es gibt keine Ausschlusskriterien, die Jugendlichen sollten jedoch kognitiv und psychisch in der Lage sein, die Inhalte des Trainings aufzunehmen.
3. Kurzbeschreibung des Kurses
ist ein handlungs- und bewegungsorientierter Kompaktworkshop mit Wechseln von knappen Theorieanteilen, praktischen Handlungs- bzw. Trainingssequenzen sowie Entspannungs- und Reflexionseinheiten. Es werden Elemente sowohl aus der Tiefenpsychologie als auch der Verhaltenspsychologie verwendet.
Der Workshop besteht aus fünf Modulen mit folgenden Themen:
Modul 1: Einführung, Selbstbewusstsein und Gangsta Rap
Im ersten Teil des workshops geht es darum, sich gegenseitig kennen zu lernen und den Jungen einen Überblick darüber zu geben, was sie erwartet. Wir werden Regeln vereinbaren, die uns bei einem entspannten Umgang miteinander helfen sollen. Wir besprechen mit den Jungen, was sie unter Selbstbewusstsein verstehen und inwieweit das Selbstbewusstsein eine Rolle dabei spielt, wie man z.B. auf Provokationen reagiert. Wir sprechen über den sog. Gangsta Rap und vor allem über den Eastcoast vs. Westcoast Konflikt, der für die zwei bekanntesten Vertreter bekanntlich tödlich endete.
Modul 2: Body language
Körpersprache! Wir lernen auf die eigene Körpersprache zu achten und bewusster die Signale der anderen zu beachten, denn Körpersprache ist ein entscheidender Faktor in der menschlichen Kommunikation- wer sie beherrscht kann oftmals Konflikte vermeiden oder eigene Wünsche besser durchsetzen! Auch hier arbeiten wir mit Elementen aus der Hip-Hop-Szene und analysieren z.B. einen Freestyle-Battle.
Modul 3: Aggressivität
Bei dieser Sitzung gehen die Jungen an ihre körperlichen Grenzen! Das Thema ist Aggressivität. Gemeinsam wollen wir herausfinden, was sie wütend macht und warum es überhaupt soweit kommt, dass man zuschlägt, oder einen Konflikt, wie auch immer mit Gewalt löst. Die Jungen sollen ihre Wut spüren und sie dann anschließend beim Boxtraining rauslassen!
Modul 4: Lässigkeit/Coolness
Das Thema für diesen workshop lautet Lässigkeit und Coolness. Bei der vorherigen Sitzung wurden von den Jungen Situationen genannt, die sie wütend machen, wir werden ausprobieren, wie man diese lässig und ohne Gewalt bewältigen könnte. Dazu machen wir Rollenspiele und lernen einige Techniken aus dem Aikido-Fairnesstraining. Beim Aikido nutzt man die Energie des Angreifers um ihn außer Gefecht zu setzen – wer zuschlägt verliert!
Modul 5: Verabschiedung
Beim fünften Treffen, werden wir neben der Fortführung der Rollenspiele auch wiederholen, was wir gelernt haben. Wir werden weitere Übungen machen, uns gegenseitig feedback geben, Zertifikate überreichen und uns dann lässig von einander verabschieden…
4.Ziele:
- Steigerung der Bereitschaft auch langfristig am eigenen Gewaltverhalten zu arbeiten und es zu verändern
- Erlernen von neuen, gewaltfreien und prosozialen Verhaltensweisen
- Erhöhung des Selbstbewusstseins und der eigenen Wertschätzung
- Verminderung gewaltverherrlichender Denkmuster
- Steigerung des eigenen Körperbewusstseins und ein reflektierter Umgang mit Körpersprache
- Wachstum emotionaler, kognitiver und sozialer Ressourcen
