Coolness-Gruppe für Jungen

1. Rechtliche Grundlage und Zielgruppe

§ 29 KJHG

 

Alter: 12-18 Jahre
Zusammensetzung: 8-12 Teilnehmer
Leitung der Gruppe: 2-3 TrainerInnen
Zeitlicher Rahmen: 1 x wöchentlich über 6 Monate plus 1 x im Monat eine Freizeitaktivität.

 

2. Aufnahmekriterien und Ausschlusskriterien

Aufgenommen werden Jugendliche, die durch aggressives, gewaltbereites Verhalten auffällig geworden sind.

Jugendliche, bei denen primäre Suchtproblematiken, Sexualdelikte und/oder psychiatrische Indikatoren vorliegen können nicht aufgenommen werden.

3. Kurzbeschreibung des Kurses

In der Coolness-Gruppe soll ein kritisches Überdenken des eigenen Verhältnisses zur Gewalt eingeübt werden. Die Förderung sozialer Kompetenzen steht immer im Mittelpunkt der Arbeit. Hierbei werden besonders folgende Themen berücksichtigt:

  • Einfühlen in das Opfer (Empathie-Fähigkeit)
  • „Sprechen statt schlagen“
  • Pro-soziales Verhalten
  • „Gewalt ist keine Konfliktlösungsmöglichkeit“

 

Die Internalisierung sozialer Normen sowie die Einbindung in soziale und gesellschaftliche Lebenszusammenhänge sind u.a. pädagogische Ziele der Coolness-Gruppe.

Der Kursverlauf ist in folgende Phasen einzuteilen:

3.1 Integrationsphase

In dieser Einstiegsphase geht es zunächst um ein gegenseitiges Kennenlernen, Vertrauensbildung und um die Thematisierung der Gründe für die Teilnahme an der Gruppe. Darauf folgt die Persönlichkeitseinschätzung durch sich selbst und durch die Gruppe.

3.2 Konfrontationsphase

Die Grundlage für die Konfrontationsphase ist die Persönlichkeitseinschätzung, sowie der geschlechtsspezifische Sozialisationshintergrund, anhand derer auch provozierende Situationen heraus gearbeitet werden. Diese Situationen sind Grundlage folgender Provokationstests. Gewaltrechtfertigung wird dabei von der Gruppe hinterfragt.

3.3 Neuorientierungsphase und Nachbetreuung

In dieser Phase werden die Konfrontationen aufgearbeitet und die daraus neu erstandenen Erfahrungen in den Alltag übertragen. Alternative, gewaltlose Reaktionsmöglichkeiten werden eingeübt und durch Rollenspiele können sich neue Konfliktlösungsmuster entwickeln und trainiert werden. Eine Werteverschiebung, dass „cool sein“ gleichbedeutend ist mit Souveränität, Selbstbewusstsein und Selbstbeherrschung wird hier verstärkt gefördert.

Nach Beendigung der Maßnahme findet ein Nachbetreuungstreffen statt. Die Jugendlichen haben auch die Möglichkeit, sich bei Bedarf an die TrainerInnen zu wenden.

 

© 2007 Nordlicht e.V. Uwe Eckhoff, Maik Bornscheuer

Anmeldung

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