Jugendwohnung

Jugendwohnung gem. §35 SGB VIII (Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung, Kinder-und Jugendhilfegesetz)

Betreuung im trägereigenen Wohnraum

Das Betreuungsangebot in Einzelwohnungen und WGs richtet sich an Jugendliche und junge Volljährige im Alter von 16-21 Jahren, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihren Herkunftsfamilien leben können. Aufnahmekriterien sind grundsätzlich Freiwilligkeit und die Bereitschaft zu einer individuell angemessenen Tätigkeit. Diese besteht entweder in Form einer schulischen oder berufsvorbereitenden / berufsbildenden Maßnahme. Bei fehlender Beschäftigung sollten die jungen Menschen zumindest ernsthafte Schritte in dieser Richtung beabsichtigen. Die Maßnahmen können in begründeten Ausnahmefällen auch gem.§30 und §34 SGB VIII durchgeführt werden. Eine Übernahme der Wohnung durch die jungen Menschen nach Beendigung der Hilfe ist generell möglich, sollten der Vermieter zustimmen. Ansonsten wird frühzeitig gemeinsam nach geeignetem Wohnraum gesucht.
Die Betreuung wird in der Regel von zwei SozialpädagogInnen durchgeführt, die bedarfsabhängig einzeln oder gemeinsam agieren. Sie gewährleisten auch die gegenseitige Urlaubs- und Krankenvertretung. Die Betreuungskontakte erfolgen regelmäßig, hauptsächlich in den Wohnungen. Eine telefonische Rufbereitschaft besteht „rund um die Uhr“. Zusätzlich gibt es noch ein wöchentlich stattfindendes Gruppenangebot, an dem die Jugendlichen und jungen Volljährigen freiwillig teilnehmen können.

Ziele der Maßnahme

Zielsetzung ist, dass die Jugendliche und jungen Volljährigen ein selbstständiges, eigenverantwortliches Leben führen.
Die Betreuung in Einzelwohnungen bietet eine angemessene Lebensform mit kontinuierlicher Anleitung und Begleitung. Die schrittweise Heranführung an Eigenverantwortung und selbständiges Wirtschaften dient der Befähigung der jungen Menschen, ihren Alltag zu strukturieren, notwendige Aufgaben zur Lebenshaltung zu erledigen und lebenspraktische Bereiche zu trainieren.
Über einen lebensweltorientierten Ansatz berücksichtigen wir die oft defizitären bisherigen Entwicklungsverläufe. So nimmt die Aufarbeitung der jeweiligen Biografie einen entscheidenden Stellenwert ein. Wir betonen die persönliche Anbindung und stellen geregelte Tagesabläufe her.
Hinzu kommen sofortige Interventionen bei aktuellen Ereignissen bzw. krisenhaften Entwicklungen. Ebenso nimmt die Regelung diverser „Altlasten“ großen Raum ein, um eine deutliche Abgrenzung zu früherem Fehlverhalten zu schaffen. So zählt die gemeinsame Aufarbeitung strafrechtlicher Hintergründe (mit Gerichtsverhandlungen und Durchführung entsprechender Weisungen) oftmals zu den Schwerpunkten unserer Arbeit.

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