Verweise

Prof. Dr. phil. Jens Weidner über

1. Destruktion und die Behandlung von Gewalttätern und
2. Positive Aggression und Durchsetzungsstärke im Management
www.prof-jens-weidner.de

Gewalt im Griff

Das Anti-Aggressivitäts-Training bietet Gewaltbereiten die Konfrontation, die sie schon immer gesucht haben. Konfrontative Pädagogik ist ein erfolgreicher Ansatz gegen Jugend- und Erwachsenengewalt: Statt verständnisvoller Täter-Empathie ist die »Einmassierung« des Opferleids ins Bewusstsein der Aggressiven das zentrale Handlungsprinzip. Pädagogisch gezielte »Konfrontation mit der Gewalt« bietet eine dynamische Streitkultur, die von Gewaltbereiten respektiert wird. Das Buch präsentiert maßgeschneiderte Trainingsangebote für unterschiedliche Institutionen und Zielgruppen: Strafvollzug, Jugendgerichts- und Bewährungshilfe, Heimerziehung, soziale Brennpunkte in Großstädten, Kontakt­ und Beratungsstellen, Schulen, Mobile Jugendarbeit, Jugend- und Kulturzentren.

Autoren: Jens Weidner, Rainer Kilb, Dieter Kreft
Verlag: Beltz
Erscheinungsdatum: 1997
ISBN: 340755799X

Mit Biss zum Erfolg

Durchsetzungsstärke & positive Aggression im Management

Der Kriminologe und Management-Trainer Jens Weidner stellt im ersten Beitrag die sechs zentralen Aggressionsformen von Führungskräften vor. Aber es sei gewarnt: Fünf davon sind eher unternehmensschädlich und nur eine ein Karriere-Muss! In weiteren Beiträgen beschreibt er die notwendigen (!) Schattenseiten von Führungskräften und widmet sich im “Barbarella Beitrag” den Chancen weiblicher Aggression. Seine märchenhafte Empfehlung an Topfrauen: “Werfen Sie Ihren Froschkönig ruhig gegen die Wand. Nicht, weil Sie auf den Prinzen hoffen, sondern weil Ihnen das Geräusch des Aufklatschens so gefällt!”
Die Organisationssoziologin Yolanda M. Koller-Tejeiro sieht “Frauen fit für die Führung” und warnt vor dem Kompetenzparadies: “Es reicht nicht, klug, kompetent und kämpferisch zu sein. Denn da gibt es einen noch größeren Frauenfeind: Die sogenannte “Bremswirkung der Hierarchien”. Und die wird hemmungslos von männlichen Jungmanagern bedient. Der “König der Trendforscher” (FOCUS) Norbert Bolz betont das Innovative des Bösen und öffnet spannende Perspektiven: “Der Kunde ist ein Störenfried, ein göttlicher Parasit.” Es sei gewarnt. Der Beitrag ist nichts für Sensible!
Die Körpersprache-Therapeutin ( S. Malcho “Schülerin”) und Management-Trainerin Sabine Mühlisch präsentiert das verräterische der aggressiven Körpersprache. Ein Beispiel: “Das Sitzverhalten von Managern ist oft ein aus den Pubertätsritualen stammendes Imponiergehabe des Männchens. Das Spreizen der Beine und damit Demonstrieren der Genitalien heißt soviel wie: ‘Ich bin das stärkste Männchen, du kannst mir nichts anhaben’.” Also, lesen Sie den Artikel und ersparen Sie sich in Zukunft derartige Peinlichkeiten!
Der Zukunftsgestalter Georges T. Roos, Unternehmensberater für kulturelle Innovationen, Luzern, warnt vor dem Ethik-Trend, denn “wer die Wahrheit für sich reklamiere, der mache aus dem anderen direkt oder indirekt einen Lügner”.
Die Management Psychologin Susanne Ziesche empfiehlt ein kraftvoll-weibliches Lernziel: Ich will keinen Kampf .Aber wenn einer unbedingt Blut sehen will, kann er es haben. Aber nicht meines.” Ihre Untersuchung über Führungsfrauen fördert verblüffendes zu Tage: Karriere-Frauen leiden weniger unter autoritärem männlichen Führungsverhalten, sondern mehr unter der Führungsschwäche ihrer Vorgesetzten! Die scheinen mehr Schwächling als Wirtschaftskrieger zu sein.
Den ausführlichsten aggressionstheoretisch und praktischen Beitrag liefert der Münchner und Salzburger Persönlichkeits-Trainer Wolfgang Merz (Merz-Management-Training). Er beschreibt die Manager-Welt nicht nur als Psychohölle, sondern liefert auch Lösungsmodelle: seinen Abschied vom Aktionismus- die Umwandlung aufgestauter Aggression in wirtschaftlich-kulturelle Leistung. Und das macht doch Hoffnung, oder?
Autoren: Jens Weidner, Yolanda M. Koller-Tejeiro
Verlag: Forum Verlag Godesberg/Gottlieb-Duttweiler-Institut
Erscheinungsdatum: 20. März 2001
ISBN: 3930982706

Konfrontative Pädagogik

Konfrontative Pädagogik oder besser formuliert, die konfrontative Methodik in der Pädagogik gewinnt in den letzten Jahren stärkeres Gewicht. Auf der Grundlage einer von Sympathie und Respekt geprägten Beziehung werden die Folgen abweichenden bis kriminellen Verhaltens beim Täter ins Kreuzfeuer der Kritik genommen. Dies ist kein spektakulär neuer Gedanke, aber einer, dem an dieser Stelle mehr Gehör verschafft werden soll, vor allem bei denen, die sich täglich mit Wiederholungstätern auseinandersetzen müssen. Konfrontative Pädagogik versteht sich als pädagogische ultima ratio, wenn akzeptierendes Begleiten, non-direktive Gesprächsführung, einfühlsame Einzelfallhilfe oder ein rein lebensweltorientierter Ansatz nicht mehr ausreichen.
Eine der faszinierendsten praktischen Umsetzungen dieses konfrontativen Ansatzes bietet seit 25 Jahren die US-Glen Mills Schools für aggressive Gangjugendliche. Ein anspruchsvolles Behandlungsprogramm und ein erstklassiges Ambiente schaffen hier erfreuliche Rückfallquoten (um 30%).
Das hoffnungsvolle Motto: Auf Kleinigkeiten pädagogisch reagieren, damit Großes erst gar nicht passiert.
Autoren: Jens Weidner, Rainer Kilb
Verlag: Vs Verlag für Sozialwissenschaften
Erscheinungsdatum: Dezember 2004
ISBN: 3810039861

Anti-Aggressivitäts-Training für Gewalttäter

Das im vorliegenden Buch vom Projektleiter selbst beschriebene Hamelner Projekt fand auch über die unmittelbare Fachöffentlichkeit hinaus große Beachtung. Abschied vom Faustrecht nannte Peter Schran seine ZDF-Reportage; Martin Ahrends schrieb darüber:
( … ) Jugendliche Gewaltkriminalität verunsichert immer mehr die Bevölkerung größerer Städte in Deutschland. Alltäglich malen die Medien ein Horrorszenario von türkischen Straßengangs, von am Schulweg lauernden Schlägercliquen, von der entfesselten Gewalt der Hooligans und Horden marodierender Skinheads in West und Ost. Politiker, Wissenschaftler und Sozialarbeiter stehen diesem Phänomen weitgehend ratlos gegenüber. Das es durchaus Möglichkeiten gibt, auch ohne großen finanziellen Aufwand die Einstellung von Gewalttätern erfolgreich zu verändern, scheint ein pädagogisches Spezialprogramm zu belegen, das 1987 im Hamelner Jugendgefängnis gestartet wurde und das Peter Schran in seinem Film dokumentiert. Der Name des Projekts: Anti-Aggressivitäts-Training. Das Vorbild: pädagogische Maßnahmen für schwarze Gang-Jugendliche im US-Strafvollzug. Das Ziel: den Teufelskreis von Gewalt, Knast und erneuter Gewalt in der individuellen Biographie von Mehrfachtätern zu durchbrechen. Die Zielgruppe: die in Hameln inhaftierte “Schlägerelite” Norddeutschlands. Die Methode: keine Individualtherapie, sondern pädagogisch gesteuertes Lernen in der Gruppe. Eine Therapie lehnen junge Gewalttäter bisher in der Regel ab. Das sei doch nur “ein Ding für Irre”, sagen sie. Ihre wichtigsten Erfahrungen lauten: Gewalt lohnt sich, Brutalität verschafft Respekt und Anerkennung in der Clique. Das Gewalttäter bei dieser Orientierung früher oder später mit Polizei, Gerichten und Gefängnis konfrontiert sind, empfinden sie als ungerecht. Schuld daran sind in ihren Augen die Opfer. “Der hat mich angemacht”, lautet häufig die Erklärung, oder.- “Der hat mich provoziert, da musste ich ihn einfach plattmachen.” Nach Verbüßung der Haftstrafe wollen sich viele Täter daher an ihren Opfern rächen. Der Kreislauf der Gewalt beginnt aufs neue. Genau hier setzt das Hamelner Projekt an. Konfrontations- und Provokationstests stehen im Mittelpunkt des Trainings. Regelmäßig müssen die Teilnehmer auf den “heißen Stuhl”: Eingekreist von den übrigen Gewalttätern und Trainern werden dabei die empfindsamen Stellen attackiert, die Gemeinheiten werden bis an die Schmerzgrenze gesteigert und Gewaltrechtfertigungen gleichzeitig massiv in Frage gestellt. Verlangt werden Einfühlsamkeit in die Situation der Opfer und die Distanzierung von der alten Schlägerclique, telefonisch oder per Brief.
Autoren: Jens Weidner
Verlag: Forum Verlag Godesberg
Erscheinungsdatum: 1997
ISBN: 3927066885

Vom Straftäter zum Gentleman:

Stationäre Erziehung in Glen Mills ohne Schloss und Riegel

Mehrfachauffällige, straffällige, aggressive junge Menschen fordern in Europa (Sozial-) Pädagogik und Psychologie, Polizei und Justiz heraus. Diese Jugendlichen – und dies ist die gute Nachricht – sind kein Massenphänomen. Aber sie machen massenhaft Ärger. Sie produzieren Kriminalität, mit der sie Opfer schädigen, ihre Familien enttäuschen und sich den eigenen Lebensweg häufig genug verbauen. Es lohnt sich, sich auf diese Kids zu konzentrieren ! Kriegen wir die in den Griff, eröffnet sich eine realistische Chance zur Reduzierung der Jugendkriminalität.
Genau an diesem Punkt gibt das vorliegende Buch Antworten!
Es ist das Verdienst von Grant Grissom und William Dubnov, das sie eine spannende Möglichkeit der Behandlung abweichender, straffälliger Jugendlicher detailliert in Praxis und Forschung beschreiben:
ihren sogenannten “Glen Mills way”.
Dieser Weg ist nicht besser als gute, erfolgreiche deutschsprachige Einrichtungen. Aber er ist anders – und bedenkenswert, da es sich um die Umsetzung eines stationären, subkulturfreien (!) Milieus handelt, also einer Erziehungseinrichtung für Mehrfachauffällige, die Vandalismus und Drogenmissbrauch, Unterdrückungen und Gewalt in der Praxis gegen null reduziert hat. Der Unterzeichner, der bereits in den Achtzigern für ein halbes Jahr auf dem Glen Mills Campus lebte, war gerade von dieser fast subkulturfreien Erfahrung stark beeindruckt.
Bis dato lag dieses pädagogisch wichtige und empirisch spannende Buch mit dem Originaltitel “Without locks and bars” ausschließlich im Englischen vor und es ist dem Engagement der Mitherausgeberin, pädagogischen Leiterin des Schweizer “Aufnahmeheims Basel” sowie Gründerin der Glen Mills-Academy Schweiz, A. Denz, zu verdanken, dass Grissom/Dubnovs Studie über die Glen Mills Schools (GMS) nun in deutscher Sprache vorliegen.
Die Glen Mills Schools bei Philadelphia, USA, das legendäre Internat für jugendliche Straftäter (das nicht zu verwechseln ist mit den primitiven US-boot-camps). Die Glen Mills Schools, die Einrichtung, die in Deutschland als Symbol einer Paradigmenverschiebung in der (Sozial-) Pädagogik von einer akzeptierenden Verständnispädagogik zu einer konfrontativeren Pädagogik mystifiziert wird. Eine Mystifizierung, die nicht dem kriminalsoziologischen Paradigma und pragmatischen Selbstverständnis des GM-Gründers Dr. Ferrainola entspricht. Der möchte “nur”, dass seine Institution “jeden Tag ein bisschen besser wird” und dass die ihm anvertrauten Jugendlichen mitwachsen. Sein Motto: gesellschaftliche Integration statt street-life!
Dies alles ist praxisnah und kommt bei einer Vielzahl betroffener Jugendlicher gut an, denn die resümieren einhellig: “Lieber zu Hause leben, als bei Glen Mills, aber lieber bei Glen Mills, als in jeder anderen Einrichtung!
Autoren: Grant R Grissom, William L Dubnov, Annette Denz, Jens Weidner
Verlag: Forum Verlag Godesberg
ISBN: 3930982927